Kein erhöhtes Frühgeburtsrisiko bei Sport in der Schwangerschaft

 

Bei sportlichen Aktivitäten wurde Schwangeren bisher oft zur Zurückhaltung geraten, da möglicherweise das Frühgeburtsrisiko steigt. Hier kann jetzt nach den Ergebnissen einer US-amerikanischen Metaanalyse Entwarnung gegeben werden – auf den Schwangerschaftsverlauf wirkt sich regelmäßiger Sport eher positiv aus.

Lange wurde befürchtet, dass die beim Sport vermehrt freigesetzten Katecholamine, zumindest theoretisch frühzeitige Uteruskontraktionen auslösen könnten. In den letzten Jahren wurde diese Theorie aber zunehmend in Zweifel gezogen.

US-amerikanische Wissenschaftler haben jetzt neun randomisierte klinische Studien ausgewertet, in denen Schwangere (< 23. Schwangerschaftswoche) ein aerobes Training absolvierten (35-90 min. 3-4x die Woche, n= 1.022) oder einer Kontrollgruppe (n= 1.037) ohne festgelegtes Sportprogramm zugeordnet wurden. Die meisten Teilnehmerinnen und hatten eine unkomplizierte Einlingsschwangerschaft.

Die Ergebnisse: Es zeigten sich keinerlei Unterschiede in der Frühgeburtsrate (4.5% vs. 4.4%) oder dem mittleren Gestationsalter bei Geburt. Frauen in der Sportgruppe hatten mehr vaginale Entbindungen (73.6% vs. 67.5%) sowie ein geringeres Risiko für die Entwicklung eines Gestationsdiabetes (2.4% vs. 5.9%) oder einer hypertensiven Erkrankung (1.9% vs. 5.1%). Keine Unterschiede bestanden beim Geburtsgewicht.

Die Ergebnisse lassen sich nicht ohne weiteres auf übergewichtige Schwangere, Frauen mit erhöhtem Frühgeburtsrisiko oder Mehrlingsschwangerschaften übertragen, schreiben die Autoren. Gesunden normalgewichtigen Schwangeren kann man aber ein regelmäßiges aerobes Training empfehlen.

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